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Warum Regnet Es Nicht?

Warum Regnet Es Nicht
Seit Mitte März hat es nicht mehr richtig geregnet in Deutschland. Wie in den vergangenen Jahren liegt die Ursache für das Wetter in den Jetstreams, globalen Windmustern, die sich durch den Klimawandel verändert haben.

Warum regnet es nicht mehr in Deutschland?

Auch viel Regen ist noch zu wenig Wochenlang Wolken und viel Regen – das sagt das Gefühl. Trockene Böden in Norddeutschland und insgesamt zu geringe Grundwasserbildung – das sagt der Dürremonitor des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung. Trotz der gefühlt großen Niederschlagsmengen der vergangenen Wochen gibt der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung keine Entwarnung.

  • Das Wasser reicht in manchen Gegenden gerade für die oberen Bodenschichten bis 25 Zentimeter Tiefe.
  • Bis 1,80 Meter Bodentiefe ist das Wasser vielerorts noch nicht vorgedrungen.
  • Die Böden sind nach dem heißen und trockenen vergangenen Jahr so trocken und hart, dass das Wasser eher oberflächlich abfließt, bevor es in der Erde versickert.

“So sehr wir alle keinen Bock mehr auf Regenwetter haben. Eigentlich brauchen wir das weiterhin. Im Prinzip kann es nicht genug regnen.” Dominik Peters, Deutschlandfunk-Nova-Reporter Vor allem der Norden Deutschlands ist betroffen. Dieser Kartenbereich ist auf dem Dürremonitor noch immer fast vollständig orange oder sogar tiefrot eingefärbt.

  • Etwas entspannter ist die Lage in Süddeutschland.
  • Dort ist in manchen Regionen ausreichend Wasser im Boden.
  • Bis die Böden sich aber wieder komplett vollgesaugt haben, wird es dauern, sagt Andreas Marx vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung.
  • Einzelne Starkniederschlagsereignisse helfen in Dürreperioden wenig oder gar nicht.

Auch ein bis zwei Wochen mit überdurchschnittlichem Niederschlag helfen dem Grundwasser nicht.” Andreas Marx, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung Insbesondere manche Bäume, die ihr Wasser tiefer unter der Erde holen, bekommen auch aktuell nicht genügend Wasser.

Also leiden viele Bäume weiterhin unter Trockenstress. Auch die Grundwasserbildung ist vom Wassermangel betroffen. Rund drei Viertel des Trinkwassers in Deutschland wird aus dem Grundwasser entnommen. Und in den vergangenen Wintern haben sich Grundwasserreserven nicht ausreichend aufgefüllt, um die Verluste aus den heißen, trockenen Sommern der vergangenen Jahre auszugleichen.

Für die kommenden Jahre geht der Deutsche Wetterdienst in Modellrechnungen von geringeren Niederschlägen aus. Voraussichtlich werden sich die Niederschläge auch anders über das Jahr verteilt verteilen. Eher trockene und heiße Sommer und eher feuchte Winter.

Was ist wenn es nicht mehr regnet?

So viel Regen – und trotzdem ist Wasser knapp So können Felder aussehen, die nicht genügend Wasser bekommen: ausgetrocknet und mit großen Rissen. Quelle: dpa Für fast alles brauchen wir Wasser. Besonders viel Wasser wird zum Beispiel in der Landwirtschaft verbraucht.

  1. Also für den Anbau von Obst, Gemüse, der Viehzucht und der Verarbeitung von Lebensmittel.
  2. Auch in der Industrie, also beispielsweise bei der Herstellung verschiedener Produkte in Fabriken, wird sehr viel Wasser verbraucht.
  3. Da weltweit immer mehr produziert wird, wird auch immer mehr Wasser verbraucht.

Wie viel Wasser ein Produkt verbraucht bis es fertig ist, ist sehr unterschiedlich. So viele Badewannen voll Wasser würden diese Produkte im Schnitt etwa verbrauchen:

Zwei Badewannen voll Wasser Bildquelle: imago 11 Badewannen voll Wasser Bildquelle: dpa 20 Badewannen voll Wasser Bildquelle: Getty Images 53 Badewannen voll Wasser Bildquelle: clipdealer 133 Badewannen voll Wasser Bildquelle: imago

Wenn es lange Zeit nicht regnet, ist das ziemlich schlecht für die Pflanzen und Tiere. Sie haben dann nicht genügend zu trinken und können sogar sterben. In trockenen Wäldern kann sich Feuer sehr schnell ausbreiten. So kann es zu riesigen Bränden kommen. Ernteausfall, denn ohne Wasser wächst nichts. Wenn es besonders wenig zu Ernten gibt, kann es zu Hungersnöten kommen.

, und was Corona damit zu tun hat.

Heute mal kürzer duschen? Oder gar nicht? Stinken sollt ihr natürlich nicht, aber eine Duscheinheit pro Woche weniger kann schon eine ganze Menge Wasser sparen! Toilettenspülung nicht für jedes Taschentuch benutzen: Der Mülleimer tut’s auch! Wasserhahn abdrehen: Zum Beispiel während des Zähneputzens. Weniger Neues Kaufen: denn alles was neu produziert werden muss, verbraucht ziemlich viel Wasser. Clever einkaufen: Habt ihr weiter oben gesehen, wie viel Wasser zum Beispiel die Herstellung eines Steaks verbraucht? Obst und Gemüse verbrauchen zum Beispiel weniger.

Jeder kann darauf achten, mit Wasser sparsam umzugehen. Quelle: imago Diesen Text hat Fränzi geschrieben.

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Warum regnet es nicht in der Wüste?

Wendekreiswüsten – Die Einflüsse der Atmosphäre – Der Großteil der Wüsten verteilt sich entlang der beiden Wendekreise. Diese liegen 23,5 Grad nördlich und südlich des Äquators. Auf fast allen Kontinenten befinden sich in dieser Zone ausgedehnte Wüstengebiete.

  • Am südlichen Wendekreis liegen zum Beispiel die Atacama-Wüste in Chile, die Wüsten Namib und Kalahari im südlichen Afrika und die großen Wüsten im Landesinneren Australiens.
  • Am nördlichen Wendekreis finden sich die Mojave-Wüste in Kalifornien, die Sahara im nördlichen Afrika und die Wüsten der Arabischen Halbinsel.

Dass genau in diesem Bereich so viele Wüsten vorkommen, liegt an besonderen klimatischen Einflüssen. Durch die starke Sonneneinstrahlung wird der Boden über dem Äquator extrem aufgeheizt. Wasser verdunstet und feuchte Luft steigt auf. Die daraus entstehenden Quellwolken können in großer Höhe nicht weiter aufsteigen und werden nach Norden und Süden abgelenkt.

  1. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kommt es zu starken Niederschlägen in Äquatornähe.
  2. Danach sinkt die abgekühlte Luft, in der jetzt keine Feuchtigkeit mehr enthalten ist, wieder zu Boden.
  3. In Bodennähe strömt die Luft wieder zum Äquator zurück.
  4. Dies geschieht genau im Bereich der Wendekreise.
  5. Die absteigende Luft bewirkt, dass sich die Wolken vollständig auflösen.

Wo es keine Wolken gibt, kann es auch nicht regnen. Der Boden trocknet aus und Pflanzen können sich nicht ansiedeln. Die Temperaturen in diesen Wüsten steigen tagsüber sehr stark an. Durch die fehlende Bewölkung wird die Sonneneinstrahlung nicht abgemildert.

Warum regnet es seltener?

Es wird in den kommenden Jahren weniger oft nieseln, aber immer häufiger schütten. Die steigenden Temperaturen verändern die Art der Niederschläge in Deutschland. Statt großflächigem Dauerregen werde es häufiger kleinräumigen Starkregen geben. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Deutsche Wetterdienst vorgestellt hat.

Erarbeitet wurde die Studie in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, dem Technischen Hilfswerk und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Klimaprojektionen deuteten darauf hin, dass sich die Zahl der Extremwettereignisse durch den Klimawandel erhöhen und intensivieren könnten.

Eine Folge ist die Zunahme starker Regenfälle. Grundlage der Erhebung sind Niederschlagsdaten der Wetterstationen seit 2001. Aus diesen Daten erstellten die Expertinnen und Experten einen Katalog extremer Niederschläge in Deutschland. Dabei zeigte sich: In wärmeren Regionen tritt Niederschlag häufiger als kleinräumiger Starkregen auf und weniger in Form von Dauerregen, der über mehrere Stunden oder Tage anhält.

Wann endet Dürre in Deutschland?

Dürre: 2018 war das Katastrophenjahr für die Landwirtschaft – Das ist ein andere Situation als im Dürresommer 2018 2018 war das Katastrophenjahr für die Landwirtschaft, weil es von März an besonders trocken war und es keine Erholungsphase über die ganze Vegetationsperiode gab.2018 sind alle Feldfrüchte nacheinander ausgefallen.

Damals waren die Ertragsausfälle flächendeckend in allen Kulturen. Seit 2018 haben wir eigentlich kontinuierlich zu wenig Regen. Kann man von einer durchgehenden Dürreperiode sprechen? In Teilen Deutschlands ja. Das trifft auf einen Streifen Brandenburg, Berlin, große Teile Sachsen-Anhalts, südliches Niedersachsen um Hannover bis in den Nordosten von Nordrhein-Westfalen zu.

Hinzu kommen einige Teilregionen, Teile von Franken zum Beispiel, in denen es vier Jahre am Stück zu trocken war. So trocken, dass der Boden in größeren Tiefen nie richtig nass geworden ist. Da herrscht seit vier Jahren eine durchgehende Dürre, Und in den anderen Regionen? Vor allem im Westen Deutschlands bis runter nach Bayern war die Dürre unterbrochen. Dr. Andreas Marx ist Leiter des Dürremonitors Deutschland am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, der täglich flächendeckend Informationen über den Bodenfeuchtezustand in Deutschland liefert. Außerdem leitet er das Mitteldeutsche Klimabüro, das Politik, Behörden und Wirtschaft in Fragen der regionalen Anpassung an die Folgen des Klimawandels berät.

  1. Bild: UFZ) Trockenperioden hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben.
  2. Was ist diesmal anders? Zwei Dinge sind anders als in den letzten Jahrzehnten.
  3. Wir hatten in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg einzelne Jahre – 1959 oder 1976 – in denen wir große Flächen unter Dürre hatten.
  4. Aber das waren immer nur Einzeljahre.

Damals war es so, dass es so trocken war, weil es wenig Niederschlag gegeben hatte. Was heute anders ist, ist die sehr stark ausgeprägte Hitze in den Sommermonaten. Wenn sie viermal so viele heiße Tage über 30 Grad haben wie man das langjährig erwarten kann – 2018 und 2019 war das so – dann geht durch die Verdunstung unglaublich viel Wasser verloren.

  1. Das begünstigt, dass sich Dürren sehr schnell ausbilden, und dass es sehr schnell wieder trocken wird.
  2. Was muss passieren, um die Dürre aufzulösen? Das Beste ist fünf Grad und Nieselregen – das Wetter, das keiner haben will.
  3. Aber für die Bodenfeuchte und das Auffüllen der Grundwasserstände wäre das optimal.

Das Ganze über etwa ein halbes Jahr. Ein halbes Jahr überdurchschnittlicher Niederschlag, wenig Vegetationsaktivität, also nicht im Sommerhalbjahr, und keine Hitzewellen. Das ist die Kombination, wobei man beachten muss, dass die Regionen innerhalb Deutschlands sowohl was das Klima als auch die Böden angeht sehr unterschiedlich sind.

Was aber passiert, wenn sich die Situation nicht ändert? Wenn es also dauerhaft dabei bleibt, dass es zu wenig regnet? Es wird sich ändern, das kann man ziemlich sicher sagen. Derzeit wird – auch in den Medien – angesichts des langen Dürre-Ereignisses, wie wir es so in Deutschland nicht kannten, der Eindruck erweckt, das würde jetzt für immer so bleiben.

Dafür gibt es wissenschaftlich keine Grundlage. Aussagen, dass Deutschland austrocknet, sind nicht nur Quatsch, sie sind gefährlicher Quatsch, weil davon praktische Dinge abhängen, wie zum Beispiel die Vergabe von Trinkwasserrechten für Wasserversorger.

  • Grundsätzlich darf eine Behörde ja keine Wasserrechte auf 20 oder 30 Jahre vergeben, wenn absehbar ist, dass es in 20 Jahren kein Grundwasser mehr gibt, das man fördern kann.
  • Zu einer solchen Situation wird es aber nicht kommen? Das geben die vorliegenden Klimasimulationen und die Abschätzungen des Wasserhaushalts der Zukunft, nicht her.

Eine Dürre ist ein Extremereignis und Extremereignisse gehen vorbei. Das ist wie bei einem Hochwasser, nur dass ein Hochwasser-Ereignis nach drei Tagen wieder vorbei ist. Das geht schnell. Bei der Dürre dauert es eben Monate bis sie sich ausgeprägt hat, und braucht etwa ein halbes Jahr bis sie wieder geht. Und dass die Dürre wieder geht, davon kann man also ausgehen? Wir befinden uns in einem Ereignis, dass es mit großer Sicherheit im letzten Vierteljahrtausend so über Mitteleuropa nicht gegeben hat, jedenfalls nicht mehrere Jahre hintereinander wie 2018 bis 2020.

  1. Meine Kollegen Oldrich Rakovec und Rohini Kumar haben mit rekonstruierten Klimadaten bis 1766 zurückgeschaut und kommen genau zu diesem Schluss.
  2. Die Klimasimulationen, die für Deutschland vorliegen, zeigen auch unter unterschiedlichen Klimagasentwicklungen – von dem Erreichen des 1,5-Grad-Klimaziels bis hin zu einer Erwärmung Deutschlands um mehr als drei Grad – eindeutig, dass mit zunehmender Erwärmung der Jahresniederschlag in Deutschland leicht steigt.

Vor allem der Winterniederschlag steigt, und im Winter ist die Grundwasserneubildung am höchsten. Es ist daher überhaupt nicht davon auszugehen, dass die Dürre ein Dauerzustand wird und dass Deutschland in Zukunft gravierende Trockenheitsprobleme zu erwarten hätte.

  • Die Klimaprognosen lassen aber erwarten, dass extreme Wetterereignisse künftig häufiger auftreten werden.
  • Ja, solche Dürre-Ereignisse über mehrere Jahre wie zur Zeit werden in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit wieder auftreten.
  • Und: Es sieht so aus, dass die Böden in Deutschland im Sommer künftig trockener werden.

Das bedeutet, dass wir ein Managementproblem haben. Was versteht man unter Wassermanagement? In Deutschland müssen wir dafür sorgen, dass Wasser, das wir im Winter zu viel haben, in den Sommer hinein nutzbar zu machen. Um das zu schaffen, kann man an zwei Punkten ansetzen: Das Eine ist, das Angebot zu erhöhen, also dafür zu sorgen, dass mehr Wasser verfügbar ist, und das Zweite ist, den Wasserverbrauch zu senken.

Können Sie Beispiele nennen? Nehmen wir die Wasserversorgung: Wir haben einige Regionen in Deutschland, in denen man schon seit Jahrzehnten Grundwasseranreicherung betreibt. Das bedeutet: Im Winter nehmen Sie aus Flüssen Wasser, das im Überfluss da ist, pumpen es raus und sickern es einige Kilometer weiter in das Grundwasser ein.

Rund um Magdeburg macht man das schon seit 1935. Aber auch zum Beispiel in Hessen, in Dresden oder in Niedersachsen sind das mittlerweile erprobte Technologien. Oder nehmen Sie Talsperren: In der Vergangenheit hatten wir oft im Winter viel Schnee und im Frühjahr häufig Hochwasser-Ereignisse.

  • Deshalb wurden vor dem Frühjahr Talsperren vorsorglich abgelassen und der Hochwasser-Stauraum frei gemacht.
  • Das lief nach einem Jahresplan, und das hat sich schon geändert.
  • Man macht das dynamisch, abhängig davon, wieviel Schnee im Einzugsgebiet einer Talsperre gefallen ist und wieviel Wasser man erwarten kann, und mit dem Ziel, die maximal mögliche Menge verfügbar zu machen, wenn es dann in den Frühling geht.

Extreme Dürre in Europa

Warum haben wir Dürre in Deutschland?

Trockenheit in Deutschland: “Es ist immer noch dasselbe Dürreereignis” In vielen Regionen Deutschlands herrscht Dürre. Welche Rolle die Trockenheit seit 2018 spielt, wie lange es dauert, bis Böden sich erholen und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, erklärt Klimaforscher Marx im Interview.

  1. Tagesschau.de: Sind wir 2022 wieder auf dem Weg in ein Dürrejahr? Andreas Marx: Wir sind 2022 noch immer in einem Dürrejahr.
  2. Wir haben Regionen in Brandenburg, Berlin, in großen Teilen Sachsen-Anhalts, im südlichen Niedersachsen, um Hannover herum, bis rein nach Nordrhein-Westfalen, aber auch zum Beispiel Gebiete in Franken, in denen sich seit Juni 2018 ein Wasserdefizit in größere Tiefen des Bodens ausgeprägt hat, das sich seitdem nie ganz aufgelöst hat.

tagesschau.de: Der Dürre-Monitor liefert Informationen über die Bodenfeuchte. Ab wann spricht man überhaupt von Dürre? Marx: Die Dürre ist eine statistische Einordnung der aktuellen Situation. Was man dazu wissen muss: Die Bodenfeuchte hat einen Jahresgang.

  1. Es ist vollkommen normal, dass vor allem der Boden auf dem obersten halben Meter im Winter sehr nass wird – teilweise so nass, dass er kein zusätzliches Wasser mehr aufnehmen kann.
  2. In den Sommer hinein trocknet der Boden dann jedes Jahr von oben nach unten aus.
  3. Die Dürre-Informationen rechnen den Jahresgang heraus.

Man ordnet die aktuelle Situation im Juni 2022 in die vergangenen Juni-Situationen zurück bis ins Jahr 1951 ein. Erst wenn es so trocken ist, wie man es statistisch alle fünf Jahre erwarten würde, ist es eine Dürre. Die verschiedenen Dürreklassen sind dann zehn-, zwanzig-, und fünfzigjährliche Ereignisse.

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Tagesschau.de: Was wir jetzt sehen, ist im Wesentlichen die Folge der Trockenheit im Jahr 2018? Marx: Es ist immer noch dasselbe Dürreereignis.2018 war ein ausgeprägtes Hitzejahr. Wir hatten im April die erste Phase mit mehr als 30 Grad Tageshöchsttemperaturen. Das hat in Kombination mit zu wenig Niederschlag dazu geführt, dass die Böden sehr schnell ausgetrocknet sind – auch bis in große Tiefen.

Und dass 2019 noch ein Jahr mehr hinterher gekommen ist, das wieder zu heiß und zu trocken war, hat das noch verschärft. Diese beiden Jahre haben zu einer Trockenheit geführt, die für uns so vollkommen neu ist. Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass es im vergangenen Vierteljahrtausend keine vergleichbare Dürre-Situation in Mitteleuropa gegeben hat.

  1. Tagesschau.de: Wie lange dauert es, bis sich der Boden wieder erholt? Marx: Die Naturräume in Deutschland sind sehr unterschiedlich.
  2. Der Jahresniederschlag variiert in einer Größenordnung zwischen 450 und 2200 Litern pro Quadratmeter.
  3. Dazu kommt, dass wir sehr unterschiedliche Böden haben.
  4. Was sich 2021 aber gezeigt hat, war, dass man ungefähr ein halbes Jahr überdurchschnittlichen Niederschlag ohne Hitze braucht, um Dürre bis in größere Tiefen aufzulösen.

Im Westen Deutschlands hat das im Januar eingesetzt und bis in den Juni gedauert, bis man aus der Dürre raus war. Der Süden hat dann nachgezogen. In weiten Teilen in der Mitte und Richtung Nordosten ist es aber so, dass sich die Dürre nicht aufgelöst hat, weil es dort 2021 nicht genug geregnet hat.

tagesschau.de: Müssen sich manche Regionen dauerhaft auf Trockenheit einstellen? Marx: Das ist nicht zu erwarten. Wir haben in Deutschland aber noch kein Verständnis dafür, dass Dürre ein Extremereignis ist – genau wie ein Hochwasserereignis. Nur da ist es leichter zu verstehen. Die Welle kommt, verursacht große Schäden und geht.

Bei der Dürre dauert es sehr lange, bis sie sich richtig ausgeprägt hat. Sie kann über Jahre bleiben und braucht in etwa ein halbes Jahr, bis sie geht. Das heißt: Diese Dürre wird irgendwann vorbeigehen. Ich kann nur leider nicht sagen, ob das jetzt im nächsten Winter oder dann im über- oder überübernächsten Winter passiert.

Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht zukünftig darauf einstellen müssen, dass solche Ereignisse wiederkommen. Wir müssen für die Zukunft Wege finden, die Dürren besser zu managen, als wir das in der Vergangenheit gemacht haben. tagesschau.de: Was heißt das konkret? Marx: Deutschland ist, anders als Länder im Mittelmeerraum, in der sehr guten Position, dass der Klimawandel nicht nur höhere Temperaturen und größere Hitzeprobleme mit sich bringt.

Klimawandel in Deutschland heißt auch, dass auch der Winterniederschlag steigt. Unterm Strich wird sich die Wasserverfügbarkeit also nicht wesentlich ändern. Gleichzeitig haben wir aber das Problem mit der Hitze im Sommer. Im Sommer wird der Wasserbedarf höher, die Sommerniederschläge wiederum steigen nicht, so dass wir Wege finden müssen, dass Wasser, das wir im Winter zu viel haben, im Sommer einsetzen können.

  • Dazu gibt es schon viele Umsetzungsbeispiele.
  • Das Offensichtlichste ist das Speichern von Wasser in Talsperren.
  • In vielen Regionen wird schon jetzt das Grundwasser gemanagt.
  • Es wird im Winterhalbjahr Wasser aus den Oberflächengewässern genommen und dem Grundwasser zugeführt und so künstlich die Grundwasserstände erhöht.

Damit haben wir im Sommerhalbjahr mehr Wasser, das wir aus dem Boden pumpen können. Ein anderer Ansatzpunkt ist beim Wasserverbrauch anzusetzen. tagesschau.de: Wie weit fortgeschritten sind diese Maßnahmen? Marx: Es ist nicht so, als würden wir ganz am Anfang eines Prozesses stehen – sowohl politisch als auch privatwirtschaftlich.

Krisen führen immer dazu, dass eine Anpassung stattfinden wird und 2018 haben wir diese Erfahrungen gemacht: Auswirkungen von Trockenheit mit Milliardenschäden in Landwirtschaft, in der Forstwirtschaft, an Ökosystemen. Das hat dazu geführt, dass ein Prozess in Gang gekommen ist. Es ist eine nationale Wasserstrategie entwickelt worden, die jetzt im Moment in der Ressortabstimmung ist.

Gleichzeitig laufen in allen Bundesländern Prozesse. In Thüringen gibt es eine Niedrigwasserstrategie, in Sachsen ein Wasserkonzept 2030. Die Prozesse heißen überall anders. Aber im Kern geht es darum: Wie wird künftig die langjährige Wasserverfügbarkeit sein? Und wie müssen wir uns darauf einstellen ein, dass die Wasserverteilung zukünftig funktioniert.

Wann gibt es kein Wasser mehr auf der Erde?

Laut NASA-Satellitenaufnahmen drohen etwa ein Drittel der weltgrößten Grundwasserspeicher auf lange Sicht zu versiegen. Neueste Daten der NASA enthüllen besorgniserregendes: Den Satellitenaufnahmen zufolge geht uns das Wasser aus. Offenbar leeren sich mehr als die Hälfte der großen Grundwasserspeicher der Erde schneller, als sie sich wieder füllen können.

Das könnte auf lange Sicht zum ernsthaften Problem werden, prophezeien Wissenschaftler der NASA. Haben wir bald nicht mehr genügend Trinkwasser, und das in Zeiten, in denen es aufgrund des Klimawandels in vielen Regionen immer wärmer und trockener wird? Weltweit gibt es insgesamt 37 große Grundwasserreservoirs.21 dieser großen Wasserspeicher leeren sich offenbar weit schneller, als sie sich wieder auffüllen können.

Bei 13 davon ist die Balance sogar so gestört, dass die NASA-Wissenschaftler befürchten, sie könnten langfristig ganz versiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die NASA aufgrund der Auswertung von Erdaufnahmen, die mit dem sogenannten GRACE-Satelliten (Gravity Recovery And Climate Experiment) gemacht wurden.

  • Mit dem Doppelsatelliten können die bislang detailliertesten Bilder der großen Grundwasserspeicher der Erde gemacht werden, die Wissenschaftler jemals zur Verfügung standen.
  • Das ist die erste Möglichkeit für uns, zu sehen, wie sich diese Reservoirs über einen längeren Zeitraum hinweg verändern, kommentierte Gordon Grant, ein Hydrologe von der Oregon State University.

Die betreffenden Grundwasserreservoirs sind Süßwasserquelle für hunderte Millionen Menschen, schrieb die Washington Post am Mittwoch. Dementsprechend groß ist die Sorge der Wissenschaftler. Die betreffenden Speicher liegen unter anderem in den USA, China, Indien, Afrika und auch in Europa.

  • Die Forscher warnen, das Problem könne auf lange Sicht äußerst schwerwiegend werden, denn in Zeiten steigender Wasserknappheit und längerer, klimabedingter Dürreperioden seien immer mehr Menschen rund um den Globus auf das Wasser aus dem Erdinneren angewiesen.
  • Bereits seit Jahren vermuten Wissenschaftler, dass die rasch anwachsende Weltbevölkerung und der immer größere Verbrauch von Süßwasser für Landwirtschaft, Industrie und persönlichen Bedarf früher oder später dazu führen wird, dass sich die Grundwasserreservoirs über ein nachhaltiges Maß hinaus entleeren.

Die NASA-Aufnahmen seien der eindeutige Beweis dafür, dass diese Entwicklung bereits in vollem Gang ist. „Die Situation ist kritisch”, sagte der NASA-Wissenschaftler Professor James Famiglietti dazu, der an der Auswertung der NASA-Daten beteiligt war.35 Prozent des weltweiten Wasserbedarfs werden durch solche Grundwasservorkommen gedeckt.

  1. Eine Zahl, die künftig voraussichtlich noch ansteigen wird, denn in Zeiten der rasch voranschreitenden globalen Erwärmung steigt der Wasserbedarf immer rapider an.
  2. In Kalifornien beispielsweise herrscht derzeit einer der schlimmsten Dürren, die der US-Bundesstaat jemals erleben musste.
  3. Wetterberichte schrieben gar, es sei die schlimmste seit rund 1200 Jahren.

Auch Nordkorea meldet aktuell vor einer „Jahrhundertdürre” zu stehen – mit wahrscheinlich extremen Auswirkungen auf das ganze Land. Leider werden uns derartige Nachrichten laut Experten in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer häufiger erreichen – dem Klimawandel zufolge.

  1. Umso wichtiger wäre es, dass ausreichend Wasser zur Verfügung steht.
  2. Doch das scheint leider nur eine Wunschvorstellung.
  3. Die UN schätzt, bis Mitte des Jahrhunderts werde der Wasserbedarf weltweit um etwa 55 Prozent zunehmen, und warnt im Zuge dessen vor einer globalen, verheerenden Wasserknappheit.
  4. Schon heute leiden 640 Millionen Menschen an sehr starkem Wassermangel, zwei Milliarden Menschen sind von Wassermangel bedroht, verkündete die Hilfsorganisation „Brot für die Welt” vor kurzem.

Viele dieser Menschen leben in armen Ländern oder in Gebieten, in denen es immer heißer und trockener wird. Ausgerechnet dort scheint nun auch das Grundwasser auszugehen. Doch die reichen Nationen könnten ebenfalls bald ein Problem bekommen, so auch Europa. NASA Aufnahmen und Daten GRACE. Untersuchungen von Grundwasser-Knappheit und Auswirkungen des Klimawandels Das in den reichen Ländern heute noch im Überfluss vorhandene Wasser – ein Gut, das für uns so selbstverständlich aus dem Wasserhahn kommt, dass wir nicht einmal darüber nachdenken – droht bald zu einer ähnlich knappen und teuren Ressource zu werden, wie seinerzeit das Erdöl.

Nur kann unser Organismus zwar ohne Erdöl leben, allerdings kommen wir nur rund drei bis vier Tage ohne Wasser aus – wenn überhaupt. Die UN schätzt, bis zum Jahr 2040 wird die Weltbevölkerung auf etwa neun Milliarden Menschen angewachsen sein. Dann würden die Süßwasservorkommen der Erde nur noch 70 Prozent des Bedarfs decken.

Experten befürchten, dass Süßwasser damit künftig nicht nur wertvoller als Öl, sondern wertvoller als alle Schätze der Erde sein wird. Es wird Kriege geben um unsere schon heute so wichtige Ressource, sind sich Forscher sicher. Umso wichtiger ist es, zu einem möglichst nachhaltigen Umgang mit den begrenzten Wasservorkommen des Planeten zu finden – auch mit unseren Grundwasserreservoirs.

Denn ob sich die Becken zu schnell entleeren, hängt maßgeblich davon ab, wie die Menschheit sie ausbeuten. Das Schürfen nach (Edel)metallen, oder die Ausbeutung von Öl- und Gasvorkommen kostet besonders viel Wasser – weit mehr, als durch Regen wieder in die Speicher gelangen kann. Nicht überraschend also, dass das Grundwasser im sogenannten Arabischen Aquifer, also in einer Region, in der intensiv nach fossilen Rohstoffen gesucht wird, laut NASA-Daten am schnellsten versiegt.

Bei diesem Reservoir, einer Wasserquelle für rund 60 Millionen Menschen, fanden die Forscher nur noch geringe Anzeichen einer Wiederbefüllung.

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Demnach sind vor allem menschliche Aktivitäten und der irrationale und nicht nachhaltige Umgang mit unserem Süßwasser schuld an dieser besorgnis-erregenden Entwicklung. So endet beispielsweise viel Grundwasser irgendwann im Meer. Eine japanische Studie aus dem Jahr 2012 ergab sogar, dass bis zu 40 Prozent des zu beobachtenden Meeresspiegelanstiegs auf Grundwasser zurückzuführen sind, das von den Menschen aus dem Erdinneren nach oben gepumpt wird und nach Verbrauch als Abwasser in den Ozeanen landet.

  • Zu allem Überfluss verstärke außerdem der Klimawandel die Probleme mit dem Grundwasser, erklärt Famiglietti.
  • So würden die Regionen rund um den Äquator immer trockener und die dort lebende Bevölkerung müsse infolgedessen mehr und mehr Grundwasser anzapfen.
  • Doch einmal aus dem Erdinneren entnommen verdampft es, und regnet tausende Kilometer in Norden oder Süden in den Gebieten ab, in denen es aufgrund des Klimawandels immer feuchter und regnerischer wird.

Somit beginnt ein sich selbst verstärkender Kreislauf. In den Regionen, in denen es gebraucht wird, steht es – einmal entnommen – nicht mehr zur Verfügung, und andere Regionen werden überschwemmt. Doch auch wo es heute noch reichlich gibt, könnte das Wasser irgendwann einmal knapp werden, fürchtet Famiglietti.

Wohin verschwindet das Wasser der Welt?

Der Kreislauf des Wassers – Das Wasser auf der Erde ist immer unterwegs. Ständig bewegen sich gewaltige Mengen davon – zwischen Meer, Luft und Land – in einem ewigen Kreislauf, bei dem kein Tropfen verloren geht. Wolkenhimmel über aufgewühltem Meer Quelle: Colourbox Der Motor des Wasserkreislaufs ist die Sonne: Sie erwärmt das Wasser der Meere, Seen und Flüsse so stark, dass es verdunstet. Auch Pflanzen geben durch winzige Öffnungen Wasserdampf in die Atmosphäre ab.

  1. Die feuchte Luft steigt nach oben, winzige Wassertröpfchen versammeln sich in der Höhe und bilden Wolken.
  2. Als Regen, Hagel oder Schnee fällt das Wasser zurück ins Meer oder auf die Erde.
  3. Fälllt es auf die Erde, dann versickert es im Boden, versorgt Pflanzen oder fließt durch den Boden, über Bäche und Flüsse zurück ins Meer.

Der ewige Kreislauf aus Verdunstung, Niederschlag und Abfließen beginnt wieder von vorne. Flusslauf Quelle: Colourbox Den Kreislauf des Wassers gibt es schon fast so lange wie es die Erde gibt. Er sorgt dafür, dass Lebewesen auf unserem Planeten mit Süßwasser versorgt werden. Und nicht nur das: Ohne den Wasserkreislauf würde es das Wetter, so wie wir es kennen, gar nicht geben. Kind mit Gummistiefeln im Regen Quelle: Colourbox

Warum regnet es nicht so viel in Afrika?

Westafrika und die Sahel-Dürre –

Hauptartikel: Klimaänderungen in Westafrika

Seit den 1960er Jahren ist über dem ganzen Kontinent ein deutlicher Erwärmungstrend festzustellen. Sehr unterschiedlich haben sich die Niederschläge entwickelt. In Westafrika sanken die Niederschläge um 20-40 %, insbesondere im Zusammenhang mit der Sahel-Dürre in den 1970er und 1980er Jahren, in tropischen Gebieten dagegen nur um ca.3 %, und an der Küste von Guinea war gar eine Zunahme um 10 % festzustellen. Monsunwinde (Pfeile) im Nord-Sommer über Afrika Jüngere Untersuchungen zu den Ursachen der Sahel-Dürre haben zu einem Paradigmenwechsel über die treibenden Kräfte bei Veränderungen des afrikanischen Klimas geführt. Hatte man früher die Ursachen in regionalen Prozessen wie einer veränderten Landnutzung gesehen, so wird heute das afrikanische Klima in großräumige und globale Zusammenhänge eingebettet.

  • Entscheidend für längerfristige Trends sind die Wechselbeziehungen zwischen Ozean und Land.
  • So wurden die Meeresoberflächentemperaturen der tropischen Ozeane als entscheidende Ursache für die Sahel-Dürre erkannt.
  • Der Temperaturgegensatz zwischen Land und Meer steuert den Westafrikanischen Monsun, der für die Sahelzone der wichtigste Niederschlagsbringer ist.

Ist dieser Gegensatz relativ gering, ist auch der Luftdruckgegensatz gering und der Monsun nur schwach ausgeprägt. Es regnet dann weniger über dem Kontinent. Bei einem stärkeren Temperaturgegensatz dringt der wasserdampfgesättigte Monsun weit ins Landesinnere vor und bringt größere Regenmengen mit sich.

Kann es in der Sahara regnen?

Innerhalb weniger Tage bis zu 50 Liter – Regengebiete ziehen sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag von Marokko über Algerien bis nach Tunesien. wetter.de Am Mittwoch tropft ein Tief über Spanien ab und zieht Richtung Tunesien und Algerien. Dabei kann es bis weit in die nördliche Sahara nennenswert Regen geben, teilweise 20 bis 50 Liter.

Warum regnet es in der Nacht?

Das heiße Wetter tagsüber brachte in den letzten Nächten schwere Unwetter über Deutschland. Mehrere Menschen wurden verletzt. Besonders stark betroffen war Berlin. Mit extremen Windböen und heftigen Gewittern hat sich Starkregen bis zur Überflutung am Mittwochabend über die Hauptstadt und das Umland ergossen.

  1. Auch in den nächsten Nächten kann es immer wieder zu Gewittern kommen.
  2. Jedoch soll sich die Lage ab Donnerstag etwas beruhigen,
  3. BILD: Aber warum kommen die Gewitter immer abends? Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net erklärt: „Das hat einen einfachen Grund.
  4. Morgens ist es meist abgekühlt und die Luft ist raus.

Tagsüber heizt dann die Sonne ein und bringt damit Energie in die Atmosphäre. Es brodelt ordentlich und dann schießen die Gewitterwolken in die Höhe. Es kann aber auch mal nachts oder morgens Gewitter geben, je nachdem wie energiereich die Luft noch ist. Dominik Jung, Wetter.net, Meteorologe, Wetter- und Klimaexperte Foto: Wetter.net Warum donnert es derzeit abends so extrem laut? Jung: „Ob es lauter als sonst ist, kann ich nicht sagen. Das kommt immer darauf an, wie nahe ein Gewitter ist, dann hört man eben auch den Donner lauter oder leiser.

Wenn man es nun ständig seit Tagen direkt über dem Kopf hat, dann ist das schon laut. Zudem zieht es sehr langsam!” Wann muss man mit Gewittern rechnen? Jung: „Meist nach schwül-warmen Tagen. Da könnte es knallen. Aber besonders dann, wenn man dicke Wolken emporschießen sieht. Amboss-Wolken, (Wolkenformen, die an einen Amboss erinnert, Anm.d.

Red.) die eine große vertikale Erstreckung haben. Daraus können Gewitter und auch Unwetter werden.” Wie entstehen die Blitze? Jung: „Durch elektrische Entladung innerhalb der Wolken, durch Reibung innerhalb der Wolken und durch die Regentropfen kommt es zu Ladungstrennungen und diese entladen sich dann in einem Blitz.

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Der kann, muss aber nicht den Erdboden erreichen.” Woher kommt der Donner? Dominik Jung: „Wenn ein Blitz entsteht, dann ist er heiß und diese Hitze führt dazu, dass sich die Umgebungsluft rasend schnell ausdehnen muss. Deshalb knallt es. Sieht man nur ein Wetterleuchten und hört nix, dann sind das Gewitter und der Blitz sehr weit weg.

Die Regel: Nach dem Blitz loszählen und die Zahl durch drei teilen, dann weiß man wie viele Kilometer das Gewitter weg ist. Zum Beispiel: Blitz– zähle bis sechs, durch drei teilen, macht zwei. Das Gewitter ist also ca.2 km weg. Zähle ich nur bis drei und höre schon den Donner, ist das Gewitter ca.1 Kilometer weg, also GEFAHR! Sehe ich den Blitz und gleich macht es RUMMS: HILFE, Gewitter ÜBER MIR !

Kann es auf dem Meer regnen?

Der Ozean als Wasserlieferant – Der größte Wasserlieferant der Atmosphäre ist der Ozean. Aus ihm verdunstet ca. siebenmal so viel Wasser wie über dem Land. Ein großer Teil davon wird durch die atmosphärische Zirkulation über die Kontinente transportiert und fällt dort als Niederschlag.

Daher fällt über dem Ozean etwa 50 000 km 3 im Jahr weniger Niederschlag als an Wasser verdunstet. Das Defizit wird ausgeglichen durch Zuflüsse vom Land und durch Abschmelzen von Eis. Niederschlag und Verdunstung sind über dem Ozean sehr ungleichmäßig verteilt. Die maximalen Verdunstungsgebiete liegen in den Subtropen, die in Anlehnung an die Terminologie bei Gletschern deshalb auch als Nährgebiete des Wasserkreislaufs bezeichnet werden.

Die Zehrgebiete mit einem hohen Überschuss an Niederschlag findet man in den Tropen und den mittleren Breien. Der Wasserkreislauf gewinnt also in den Subtropen durch Verdunstung Wasser aus dem Ozean und verliert Wasser durch Niederschlag an den Ozean in den Tropen und mittleren Breiten.

Die Stärke der Verdunstung ist abhängig von der Wasseraufnahmefähigkeit der Atmosphäre, die wiederum von der Temperatur abhängt. In den warmen Tropen und Subtropen verdunsten daher maximal über 200 cm/Jahr, in den kalten Polargebieten nur 60 cm und weniger. Die Niederschläge fallen über den Ozeanen vor allem dort, wo es in der Atmosphäre größere aufsteigende und sich abkühlende feuchte Luftmassen gibt.

Das ist vor allem in den feuchten Tropen sowie in den mittleren Breiten der Fall. Abb.2: Der Salzgehalt im Oberflächenwasser der Weltmeere im Jahresmittel in ‰ Betrachtet man das Verhältnis von Verdunstung und Niederschlag bei den einzelnen Ozeanen, so ist der Atlantik ein Wasserdefizitgebiet. Das liegt zum einen daran, dass im Atlantik die subtropischen Gebiete mit ihren hohen Verdunstungsraten im Verhältnis zu den Gebieten der tropischen und gemäßigten Zone relativ groß sind.

In Abb.2 ist das ablesbar am Salzgehalt des Oberflächenwassers, der das Verhältnis von Niederschlag und Verdunstung widerspiegelt. Höhere Salzgehaltwerte finden sich dort, wo die Verdunstung höher als der Niederschlag ist, niedrigere im umgekehrten Fall. Daneben spielen für die Salzgehaltsverteilung auch Transportvorgänge durch Meeresströmungen eine Rolle.

Hinzu kommt, dass der Atlantik ein großer Exporteur von verdunstetem Wasser sowohl Richtung Kontinente wie Richtung Pazifik ist. Einerseits kann der Wasserdampf mit den Luftströmungen relativ ungehindert weit in die angrenzenden eher niedrigen Landmassen eindringen und sich dort ausregnen.

Und andererseits exportiert der Atlantik über die schmale mittelamerikanische Landbrücke mehr Wasserdampf, als er über die ausgedehnten Kontinentalmassen Eurasiens, Nordamerikas und Afrikas zurück erhält. Der Ausgleich mit den Kontinenten geschieht über die großen Flüsse, die in den Atlantik und seine Nebenmeere münden: Amazonas, Kongo, Mississippi, Nil u.a.

Den Ausgleich mit dem Pazifik bewirkt langfristig die thermohaline Zirkulation über den antarktischen Zirkumpolarstrom. Sie ist selbst ein Produkt des Wasserdampfexports des Atlantiks Richtung Pazifik. Denn durch die hohe Verdunstung über dem Atlantik steigt mit dem Salzgehalt auch die Wasserdichte.

Warum regnet es an manchen Orten mehr?

Vielen Wetterinteressierten ist aufgefallen, dass es im Bergland öfter und mehr regnet, als im Flachland, Warum ist das so? Nun, eine potentielle Regenwolke ist in der Regel eine recht tiefe Wolke mit einem hohen Flüssigwassergehalt, Damit sich die Wolke abregnet, braucht es nur noch einen kleinen Anstoß.

Dies kann beispielsweise noch mehr Verdunstung vom Boden (Wasserdampf) sein, den die Wolke aufnimmt und damit größer wird oder abregnet. Es reicht aber auch, wenn die Wolke angehoben wird. Dazu wiederum ist eine weitere Voraussetzung, dass die Luft über der Wolke noch kälter und feuchter ist. Es gibt Situationen, da ist das nicht so! Jeder, der schon mal mit dem Flugzeug über den Wolken unterwegs war, hat gewisse „ Sperrschichten ” registriert: Es gab einfach ein Wolkenmeer unter dem Flugzeug, aber die Wolken sind nicht weiter aufgestiegen und hatten eine klare Obergrenze.

Grund dafür könnte eine Inversion sein (höhere Temperatur über den Wolken) oder (meist im Zusammenhang damit) trockenere Luft. An Bergen sprechen wir Meteorologen von “erzwungener Hebung”, Zieht also eine tiefe Wolke auf ein Gebirge zu und hatte sie bisher keine Lust, sich abzuregnen, wird sie jetzt dazu gezwungen, immerhin will sie ja die Berge überqueren. Die Wolke wird also in höhere Luftschichten angehoben.

Folglich gelangt sie (in der Regel) in kältere Luft. Als physikalischer Fakt gilt: kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit (unsichtbar!) aufnehmen, als warme Luft. In kalter Luft kondensiert der unsichtbare Wasserdampf aus und wird als mini mini winzige Tröpfchen sichtbar – deshalb ist Nebel sichtbar, deshalb ist unser Atem im Winter sichtbar, deshalb dampfen manche weniger behaarten Köpfe an kalten Wintertagen (im Übrigen gibt der menschliche Körper über den Kopf am meisten Wärme ab, deshalb ist eine Mütze im Winter die halbe Miete, aber das nur am Rande).

Die Wolke ist also in kälterer Luft angekommen, ihr Wasserdampf kondensiert noch mehr aus (wird sichtbar), gewinnt also noch mehr an Flüssigwassergehalt, und irgendwann ist eben das Ende der Fahnenstange erreicht. Das Wasser ist zu schwer, um von der Wolke gehalten zu werden – es regnet.

  • Der Regen ist das „Opfer”, welches die Wolke bringen muss, um den Berg überqueren zu dürfen, wenn sie vorher schon reichlich Wasser beinhaltet hat.
  • Eigentlich clever von den Bergen.
  • Als Tribut fordern sie Regen, dann darf die Wolke passieren.
  • ? Blöd nur, dass die Wolke bei ausreichend hohen Gebirgszügen hinter dem Berg meist stirbt, da die Luft dahinter meist wieder absinkt, sich erwärmt und Wolken sich auflösen – dieser Effekt gehört zum Föhn.

Bilder (c) Horst Ender, naturfotografen-forum.de & Michael Kirste Fotografie, mkirste.de

Wird das Klima extremer?

Page 4 – Nach gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird die fortschreitende Klimaerwärmung zu Veränderungen der Stärke, der Häufigkeit, der räumlichen Ausdehnung und der Dauer von Extremwetterereignissen führen. Mehr Informationen zu dieser Frage finden Sie in unserem, : Wird das Klima extremer? Sind die sich häufenden Überschwemmungen ein Indiz dafür?

Wann war die schlimmste Dürre?

Die Dürre in Mitteleuropa 1540 war ein klimatisches Extremereignis mit vielfältigen Auswirkungen auf Naturräume und menschliche Gemeinschaften. In verschiedenen paläoklimatologischen Untersuchungen wurden die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse rekonstruiert und zum Teil in Bezug zu den gegenwärtigen und künftigen klimatischen Bedingungen gesetzt.

Überwiegend wird auf der Basis von historischen Aufzeichnungen in der Wissenschaft davon ausgegangen, dass es sich um eine elfmonatige Periode handelte, in deren Verlauf es in großen Teilen Europas nur spärlich oder so gut wie nicht regnete und es sich somit um eine Megadürre gehandelt haben könnte.

Ausgelöst wurde das Ereignis von einem ungewöhnlich stabilen, die atlantischen Luftströmungen blockierenden Hochdruckgebiet ( Omegalage ), das besonders Mitteleuropa beeinflusste, während zur selben Zeit im westlichen Russland kühles Schauerwetter herrschte.

Wie lange reicht das Wasser in Deutschland?

Was gilt es jetzt zu tun, um die Probleme der Zukunft abzuschwächen? – Aktuell ist in Deutschland ausreichend Wasser vorhanden. Damit das “auch in 30 Jahren noch so ist”, hat das Bundesumweltministerium 2021 eine Nationale Wasserstrategie entwickelt. Der Koalitionsvertrag der Ampel -Bundesregierung sieht vor, dass diese von Bund und Ländern gemeinsam getragene Strategie zügig umgesetzt wird.

Wälder aufforstenFeuchtgebiete wie Moore wiederherstellenbessere Reinigung von AbwässernFelder nachhaltig bewässernnachhaltige Wasserprojekte fördernmehr Grünflächen in den Städten, damit Regenwasser nicht direkt verdunstetBegrünung von Dächern in den Städten

Klimawandel, Landwirtschaft und Industrie bedrohen Europas Süßwasservorräte. Wie kann die Versorgung mit sauberem Wasser auch in Zukunft gelingen? Beitragslänge: 28 min Datum: 05.12.2021

Wann war die schlimmste Dürre in Europa?

Historisch einmalig – Wie die Dürre von 2018 bis 2020 im historischen Vergleich einzuordnen ist, haben nun Forscher um Oldrich Rakovec vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig näher untersucht. Dafür analysierten sie historische Wetterdaten der Zeit seit 1766 aus und rekonstruierten auf dieser Basis die Ausdehnung, den Verlauf und die Intensität vergangener Trockenperioden in Europa.

  • Als maßgebliches Kriterium für eine Dürre galt dabei die Bodenfeuchte bis in zwei Meter Tiefe.
  • Der Ergebnis: In der Zeit seit 1766 hat es in Europa drei extreme und besonders ausgedehnte Trockenperioden gegeben – 1857 bis 1860, 1920 bis 1922 und 2018 bis 2020.
  • Von diesen ist die letzte Dürre jedoch in mehrerer Hinsicht außergewöhnlich.

„Die Dürreperiode 2018 bis 2020 ist die neue Benchmark für Dürren in Europa”, sagt Rakovec. Keine andere Trockenperiode in Europa sei so ausgedehnt, so anhaltend und in ihrer Temperaturanomalie so extrem gewesen. Mittlere Fläche und Dauer von europäischen Dürren im Zeitraum 1766 bis 2020.

Ist das Grundwasser in Deutschland wieder aufgefüllt?

“Wiederauffüllen wieder komplett aufgezehrt” – Nach den Dürresommern damals haben die Forschenden registriert, dass die Grundwasserpegel in den kühlen Jahreszeiten wieder stiegen. Allerdings nie so stark, dass sie die Werte des langjährigen Mittels wieder erreichten.

  1. 2022 aber hat dieses Wiederauffüllen dann im Grunde wieder komplett aufgezehrt.” Das Grundwasser ist hierzulande der wichtigste Trinkwasserspeicher.
  2. Tatsächlich wissen Forschende über dessen Zustand aber noch zu wenig.
  3. Zur Bodenfeuchte unterhalb von 80 Zentimetern gibt es kaum valide Daten.
  4. In welcher Höhe das Grundwasser regional steht, ist zwar recht gut bekannt.

Aber es fehlt Wissen zum Volumen. „Weil man dazu nicht nur die Information braucht: Wie hoch steht das Wasser? Sondern quasi auch, wie viel Porenvolumen im Boden ist eigentlich gefüllt?”

Wird das Wasser knapp in Deutschland?

Sauberes Wasser ist die wichtigste Ressource für alle Lebewesen. Durch die Klimakrise werden Trinkwasserressourcen weltweit knapp. Auch das einst wasserreiche Deutschland muss übermäßigen Wasserverbrauch und -verschmutzung einschränken.09.12.2022 – Die Klimakrise gefährdet Trinkwasserressourcen weltweit.

Wo ist die größte Dürre Gefahr in Deutschland?

Dürre in Deutschland – Strategien für eine stabile Wasserversorgung Die Dürre in Europa zeigt, dass Wasser knapp werden kann. Auch in Deutschland werden die Verteilungskämpfe ums Trinkwasser heftiger. Städte und Gemeinden regulieren die Verwendung, sammeln Regenwasser, lassen geklärtes Abwasser versickern. Reicht das als Reaktion? Von Tom Schimmeck | 23.08.2022

Gründlich recherchierte und sorgfältig aufbereitete Analysen: Im “Hintergrund” werden die wichtigsten Themen aus dem In- und Ausland behandelt. Dazu gehören auch besonders relevante wirtschaftliche und soziale Entwicklungen oder prägende gesellschafts- und kulturpolitische Debatten. Die Sendung vermittelt Vorgeschichte und Zusammenhänge, liefert Einblicke und Ausblicke – ein wichtiger Wegweiser in einer immer komplexeren Welt.

Mangfalltal: Die meisten Metropolen versorgen sich beim Trinkwasser großzügig aus dem Umland. München etwa bedient sich seit 1883 in dem Tal. (Imago / Imagebroker / Günter Lange) Die Panke, keine 30 Kilometer lang, war nie der Mississippi. Aber doch ein verlässlicher Wasserlauf.

Die Panke fließt, wenn sie fließt, weiter durch Pankow und Mitte, über den Nordhafen in die Spree – gleich am Hauptbahnhof. Mann: „Ja, wie fühlt sich das an? Es fühlt sich nach der absoluten Unfähigkeit der Menschen an, die Bedingungen zur Erhaltung ihrer Art aufrechtzuerhalten. Mit unendlichem Wachstum, mit Gier wird dafür gesorgt, dass die Umwelt kaputtgemacht wird und damit werden die Existenzgrundlagen für die Menschheit zerstört.” Zwei Jugendliche, fast noch Kinder, kommen über die Brücke.

„Ich find’s komisch, dass hier nichts ist.” „Ich find’s einfach nur traurig, dass wir auch noch daran schuld sind, durch die Erderwärmung, und dass wir nichts dagegen tun.” „Wir machen irgendwelche komischen Regeln wie Pappstrohhalme. Die aber nichts bringen, weil der Rest immer noch aus Plastik ist.” Ein kleines Stück flussaufwärts, hinter der Landesgrenze zu Brandenburg, liegt die Gemeinde Panketal.21.000 Einwohner, Berliner Speckgürtel, recht wohlhabend: 90 Prozent Eigenheime, immer mehr Pools.

Wieder ein heißer Tag. Ein trockener Wind weht. In der Straße, wo der Bürgermeister wohnt, fallen schon die Blätter. „Mein Name ist Maximilian Wonke. Ich bin seit 2018 Bürgermeister der Gemeinde Panketal.35 Jahre alt, in der SPD. Und wir haben seit einigen Jahren natürlich schon mit der Trockenheit hier in Brandenburg zu tun, müssen aber feststellen, dass es Jahr 2022 ein herausragend trockenes Jahr ist.” „Sprengverbot in Panketal” hieß es Ende Juli auf panketal.de.

Seit dem 1. August ist das Bewässern der Gärten und das Befüllen der Pools zwischen 17 und 21 Uhr verboten. Das soll zwischen April und September künftig immer so sein. „Das hat damit zu tun, dass das Wasserwerk nicht mehr schafft, hinterherzukommen. Und bei Wasser sprechen wir nicht nur über Trink- und Gartenwasser, sondern vor allem auch über Löschwasser.

Das darf nicht passieren, dass dann bei solchen heißen Temperaturen noch der Druck fehlt, um Brände zu bekämpfen.” Bei Verstößen droht ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro. Bislang hatte es die Gemeinde, wie viele andere in Deutschland, mit Appellen an die Bürgerinnen und Bürger versucht. Mit mäßigem Erfolg.

Das Verbot, berichtet Wonke, stieß zum Teil auf heftigen Unwillen. „Also, das ging ja schon in Richtung Kritik, die unter der Gürtellinie war.” Aber es scheint zu wirken: „Ich habe heute Zahlen ausgewertet, wie sich das Verbrauchsverhalten geändert hat seit dem 1.8.

Und kann schon feststellen, dass eine deutliche Reduktion zwischen 17 und 21 Uhr stattgefunden hat. Also diese Überlast, die wir mit der Maßnahme bekämpft haben, haben wir jetzt so nicht mehr. Das ist schon erstaunlich gut.” Der Anfang eines Umbruchs, meint der Bürgermeister und blickt auf seinen trockenen Garten.

Die Gemeinde tut eine Menge, um das Wasser zu halten: renaturierte Bäche, begrünt Dächer, sammelt Regenwasser, lässt geklärtes Abwasser versickern. „Wir müssen feststellen, dass das, was die Experten für den Klimawandel prognostiziert haben, uns genauso trifft in all der ungeschönten Härte.

Ich schaue hier auf Bäume, deren Baumwipfel schon im August braun werden. All das ist neu, aber es war vorhersehbar.” Wir sind spät dran, findet Wonke, verärgert. Viel zu langsam. Hätten unsere Industrie früher umbauen müssen. „Der Ukraine-Krieg würde uns viel sanfter treffen in der Energiewirtschaft, wenn wir eben viel mehr auf erneuerbare Energien schon vor Jahrzehnten gesetzt hätten.

Die alleda waren. Es war alles bekannt. Und das ist sehr ärgerlich.” Dürre, Wasserknappheit, Einschränkungen und Rationierungen – solche Nachrichten kommen aus vielen Ecken Deutschlands. Im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg ist es schon seit Jahren im Sommer verboten, Flüssen und Bächen Wasser zu entnehmen.

Nicht mal eine Gießkanne voll. – „Am Westufer des Bodensees zeigen die Pegel Negativ-Rekorde, Häfen sind ganz oder teilweise trockengefallen.”- „Am Rhein behindert Niedrigwasser die Schifffahrt. Auch von der Mosel, der Oder und dem Oberlauf der Elbe werden minimale Wassertiefen gemeldet.” – „Die Schwarze Elster, ein in Sachsen entspringender Nebenfluss der Elbe, ist partiell ausgetrocknet.

Der Pegel Bad Liebenwerda meldete den niedrigsten Abfluss der Geschichte. Der Landesanglerverband hat einige Abschnitten ‚notabgefischt‘.” Die Ursachen: Kaum Regen, weniger Grundwasser, viel Verdunstung aufgrund enormer Hitze. Der Osten Deutschlands gilt als besonders Dürre-gefährdet.

  1. Aktuell aber ist beim Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung fast das ganze Land rot bis tiefrot eingefärbt.
  2. Einzige Ausnahme: der äußerste Nordwesten.
  3. In vielen Regionen Europas ist die Situation noch weit dramatischer.
  4. Frankreich meldete im August die 4.
  5. Hitzewelle des Jahres.
  6. Und die größte Trockenheit aller Zeiten.
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Die mächtige Loire – nur noch ein Rinnsal. Satellitenbilder zeigen ein braunes Land.”- „Auch in Italiens Po-Ebene, einer der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen Europas, herrscht Wassernotstand. Die Reisernte ist in Gefahr. Springbrunnen werden abgestellt.

  1. Viele Städte verbieten die Bewässerung von Gärten und Sportplätzen, das Waschen von Autos und die Befüllung von Pools.”- „In Portugal herrschte schon im Mai eine schwere Dürre.
  2. In Spanien fallen Brunnen und Grundwasserleitungen trocken.
  3. Die Temperaturen auf der iberischen Halbinsel überschritten in diesem Sommer 45 Grad.”- „Schwere Waldbrände wüteten von Portugal bis Griechenland.” – „Großbritannien wurde von einer Hitzewelle heimgesucht.” Selbst in Deutschland wird mancherorts wird das Trinkwasser knapp.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner, östlich von Berlin, will den Verbrauch von Privathaushalten auf etwa 37 Kubikmeter pro Person und Jahr beschränken können. „This region has so much water. Look around you! “Auf dem Territorium des Verbands residiert auch die neue „Gigafactory” des Elektroauto-Konzerns Tesla. Die Ahr ist ein Jahr nach der Flutkatastrophe aufgrund der Hitze und Trockenheit fast nur noch ein Rinnsal und schafft es kaum, in den Rhein zu fließen. (IMAGO / Marc John) Bislang, heißt es beim Wasserverband in Strausberg, habe man weder Einfluss auf behördliche Genehmigungen noch auf den Verbrauch der Bürger, dürfe erst eingreifen, wenn das System kollabiere.

  • Das müsse sich dringend ändern.
  • Man wolle nicht, dass am Ende die Physik entscheidet, ob Lieschen Müller im 4.
  • Stock noch Wasser hat.
  • Die meisten Metropolen versorgen sich großzügig aus dem Umland.
  • München etwa bedient sich seit 1883 im Mangfalltal.
  • Auch Stuttgart holt sein Wasser von weither.
  • Wie BW in einem Werbevideo stolz verkündet: „Aus ergiebigen Wasservorkommen wie dem Bodensee und dem Donaugebiet bezogen, stellen wir die Verteilung des Trinkwassers im ganzen Stadtgebiet sicher.

Für alle Fälle, auch für Notfälle, ist in Stuttgart immer und überall genügend Wasser verfügbar.” Frankfurt versorgt sich unter anderem im Hessischen Ried, einer einst natürlichen Flussauenlandschaft, die der Mensch sich seit Jahrhunderten Untertan macht, mit Ackerbau und Forstwirtschaft, mit begradigten Flüssen, Fabriken und immer neuen Wohngebieten.

Die Stadt Hamburg pumpt seit 40 Jahren kühles, sauberes Nass aus den Tiefen der Lüneburger Heide. Edelstes Eiszeit-Wasser. Für kleines Geld. „Trotzdem fördern wir zwei Drittel etwa in Hamburg auf dem Stadtgebiet, ein Viertel ungefähr in Schleswig-Holstein und nur ein Achtel etwa in Niedersachsen.” Auch Deutschlands zweitgrößte Metropole, sagt Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer bei Hamburg Wasser, sei stets auf der Suche nach neuen Brunnenstandorten.

Doch die Verhältnisse sind hier komfortabel. „Wir haben hier in der Tat im Norden, gerade auch in Hamburg und im Umland, ein gutes Niederschlagsverhalten. Im Vergleich zu anderen Regionen Deutschland sind wir hier mit Wasser durchaus immer noch gesegnet.” Der Wasserchef empfängt im Wasserwerk Curslack, am Südostrand der Stadt. Das Wasserwerk Curslack in Hamburg (Deutschlandradio/Tom Schimmeck) Aus Elbe und Bille, sagt Patrick Kühn, Leiter der Wasserwerke Mitte/Ost. Es bedeute viel Aufwand, all die Gräben zu entkrauten und zu mähen. Hannemann: „Ja, wir sind hier in der Filterhalle des Wasserwerks, das ist sozusagen das Kernstück.

  • Hier wird das Rohwasser, wie wir das Grundwasser nennen, erst einmal belüftet.
  • Dann müssen wir hier einmal die Treppe hochgehen.” Die von Grundwasser durchströmte Halle ist immer kühl.
  • Die Experten erklären die Filter und das bunte Gewirr der Leitungen.
  • Grüne Rohrleitungen, das ist unser Rohwasser, braune Rohrleitungen, das ist das auszutragende Schlammwasser.

Wir haben hier unten gelbe Rohrleitungen, die sind für das Spülwasser. Wir haben türkisfarbene Rohrleitungen, die sind für das Filtrat. Und wir haben rote Rohrleitungen, die sind für die Spülluft. Das Reinwasser hat am Ende dann blaue Leitungen.” Kühn schraubt einen Deckel auf.

  • Dahinter rauscht Wasser durch sogenannte Kaskaden.
  • So wird Eisen entfernt.
  • Ein leicht lösbares Problem.
  • Vermehrt wird in Deutschland vor Gericht um Entnahmerechte und -mengen für Städte und Industrie gestritten.
  • Dabei geht es oft um einen besseren Schutz des Grundwassers.
  • Laut Europäischer Umweltagentur liefert Grundwasser 65 Prozent des Trinkwassers und ein Viertel des Wassers für landwirtschaftliche Bewässerung in der EU.

Vielerorts gilt die Qualität des Grundwassers als bedroht – durch Industrie, Bergbau, Urbanisierung und den Tourismus, durch Nitrate, Pestizide und den wachsenden Durst der Landwirtschaft. Aus einem Bericht der Europäischen Umweltagentur vom Dezember 2021: „Dürreperioden steigern sich in Häufigkeit, Größe und Wirkung.

  1. Wasserstress betrifft bereits 20 Prozent des europäischen Territoriums und 30 Prozent der europäischen Bevölkerung.” Die gute Nachricht: Die Energiewende wird enorme Mengen Wasser sparen.
  2. Bislang ist der Energiesektor der mit Abstand größte Wasserverbraucher.
  3. Durch das Abschalten der Atom- und Kohlekraftwerke und das Ende des Braunkohletagebaus in Ost und West wird dieser Wasserbedarf drastisch sinken.

„Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Wasserdargebotsentwicklung in den Einzugsgebieten von Spree und Havel und weitere Restriktionen oder Veränderungen und Herausforderungen werden Berlin auch in nächster Zukunft enorme Investitionen abverlangen, damit die Trinkwasserversorgung sichergestellt ist”, sagt Matthias Rehfeld-Klein, Wasserexperte der Berliner Senatsverwaltung.

Berlin ist die große Ausnahme unter den Metropolen: Die Stadt lebt weitgehend aus dem eigenen Saft. Sie liegt im sogenannten Warschau-Berliner Urstromtal, zum Ende der letzten Eiszeit entstanden. Berlin saugt sein Wasser aus fast 700 Tiefbrunnen in der Nähe der Flüsse. Der zweite große Unterschied zu anderen Metropolen: Die vielen Flüsse, Kanäle und Seen Berlins wirken imposant – aber nur, weil sie systematisch aufgestaut werden.

„Seit 100 Jahren regulieren hier Schleusen und Wehre den Wasserstand, damit die Schifffahrt fahren kann und Berlin aus dem Kahn versorgt wurde. Das ist ein Vorteil. Aber dieses System lebt natürlich dann aus den eigenen Ressourcen, verstärkt, je weniger von oben kommt.

  • Insofern – ja, das Abwasser muss bestmöglich gereinigt werden”, so Rehfeld-Klein.
  • Spree und Havel, heißt es selbst bei den Berliner Wasserbetrieben, seien, verglichen mit Rhein, Donau oder Elbe, „eher Flussdarsteller”.
  • Also, was aus Spree und Havel jetzt aus Brandenburg, Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern nach Berlin kommt, das ist so gut wie gar nichts mehr.

Wir reden hier über zwei, drei Kubikmeter pro Sekunde je Zustom.” Zum Vergleich: In veritablen Flüssen wie Donau, Rhein oder Elbe sind es selbst an schlechten Tagen noch einige hundert Kubikmeter pro Sekunde. „Innerhalb des Stausystems der Spree und Havel in Berlin können sie gar keine Fließgeschwindigkeit mehr wahrnehmen.

Das Wasser steht praktisch wie in einem See. “Berlin muss also einen möglichst perfekten Kreislauf schaffen, sein Regenwasser hüten, sein Grundwasser stützen. Der Klimawandel verschärfe das Problem, sagt Rehfeld-Klein. „Neu ist vielleicht die Intensität dieser Trockenphase, die wir gerade haben. Wir haben fast ununterbrochen seit 2018 sehr wenig Niederschläge, sehr hohe Verdunstung.” Ende November 2021 beleuchtete in Frankfurt ein Symposium „Strategien zur Boden- und Grundwassersanierung”.

Firmenvertreter, Wissenschaftler und Behördenleute sprachen über Sulfate und Nitrate, Sprengstoffe, Cyanide und viele andere Bedrohungen des Grundwassers. Dort berichtete Frank Rauch, Experte der Berliner Senatsverwaltung, über ein „enormes Schadstoffpotential”, „was natürlich auch jetzt schon die Wasserwerke schädigt.

  1. Also wir sind jetzt nicht mehr unterwegs in der Richtung, dass die Schäden entstehen, sondern wir haben in diversen Wasserwerken schon erhebliche Schadstoffnachweise festgestellt, die auch ohne Eingreifen unserer Verwaltung nicht mehr in Betrieb wären.
  2. Diverse Anlagen stehen an zur FCKW-Sanierung, zur Anilinsanierun.

Das heißt, am Wasserwerk werden die Schadstofffahnen gebündelt. Und das heißt dann wirklich akute Gefahrenabwehr.” In Berliner Masterplan Wasser, der demnächst fertig sein soll, sind 24 Handlungsfelder aufgelistet. Die Tiefenversalzung, immer neue Verunreinigungen, Spurenstoffe, Medikamentenrückstände und so weiter.

Es ist nicht so, dass wir nicht wissen, dass manche Stoffe eben durch die Barrieren durchgehen bis zum Wasserhahn. Das ist genau der Punkt, an dem wir einhaken müssen, diese Sensitivitäten zu erfassen: Welches Wasserwerk ist besonders betroffen; wie das Wasserwerk Tegel zum Beispiel. Da haben wir schon erhöhte Konzentrationen.

Deshalb wird ja in Schönerlinde auch die erste große Spurenstoff-Entfernung auf einem Klärwerk in Berlin gebaut. Ich glaube, am Geld wird es nicht scheitern. Da werden schon einige Milliarden noch ausgegeben werden müssen.” Das Wasserwerk Schönerlinde, am nördlichen Autobahnring.

  • Stephan Natz von den Berliner Wasserbetrieben überrascht mit der Information, dass die Kläranlagen der Stadt aktuell rund zehnmal mehr Wasser abgeben als Spree und Havel.
  • Die Region Berlin-Brandenburg ist ohnehin die Sahel-Zone von Deutschland.
  • Das war sie schon immer.
  • Wir haben hier in dem Bereich die geringsten Niederschläge.

Und in den letzten Jahren hat das Ganze nochmal einen Turbo bekommen.” Weniger Regen, und der immer ungleichmäßiger. Dazu viel höhere Temperaturen und entsprechend mehr Verdunstung. Berlin, sagt Natz, bräuchte eigentlich ein Jahr lang durchgängig Landregen. Das Klärwerk Schönerlinde im Norden von Berlin (Deutschlandradio/Tom Schimmeck) Mit Hingabe erklärt er die bisherigen drei Klärstufen, das System der Rohre, Rechen, Pumpen, Becken. „98 Prozent der Arbeit erledigen bis zu 200 verschiedene, hochspezialisierte Mikroorganismen-Arten, die freilich auch in der freien Natur vorkommen.” Auf einem Steg geht es über eine perlende, blubbernde Masse.

Auf eine Baustelle zu, wo drei neue Klärstufen entstehen. Die sollen Verunreinigungen einfangen, die bislang durchflutschen: Blutfettsenker, Antiepileptika, Röntgenkontrastmittel, bestimmte Reinigungsmittel. Auch Süßstoffe aus sogenannten „Light”-Getränken. „Es kommen drei neue Reinigungsstufen hinzu: Eine für den Rest an Stickstoffverbindungen, die ist biologisch.

Dann kommt die Ozonung zum Cracken der Spurenstoffe dazu. Und hinter die Ozonung kommt eine sogenannte Flockungsfiltration. Mit der schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Die noch wenigen enthaltenen Phosphorverbindungen im Wasser flocken damit aus.

Ist das Grundwasser in Deutschland wieder aufgefüllt?

“Wiederauffüllen wieder komplett aufgezehrt” – Nach den Dürresommern damals haben die Forschenden registriert, dass die Grundwasserpegel in den kühlen Jahreszeiten wieder stiegen. Allerdings nie so stark, dass sie die Werte des langjährigen Mittels wieder erreichten.

2022 aber hat dieses Wiederauffüllen dann im Grunde wieder komplett aufgezehrt.” Das Grundwasser ist hierzulande der wichtigste Trinkwasserspeicher. Tatsächlich wissen Forschende über dessen Zustand aber noch zu wenig. Zur Bodenfeuchte unterhalb von 80 Zentimetern gibt es kaum valide Daten. In welcher Höhe das Grundwasser regional steht, ist zwar recht gut bekannt.

Aber es fehlt Wissen zum Volumen. „Weil man dazu nicht nur die Information braucht: Wie hoch steht das Wasser? Sondern quasi auch, wie viel Porenvolumen im Boden ist eigentlich gefüllt?”

Wie schlimm ist die Trockenheit in Deutschland?

Trockenheit – aktuelle Situation – Nachdem es in den Jahren 2018 um 25 %, 2019 um 7 % und auch 2020 mit um ca.10 % geringeren Niederschläge in Deutschland zu trocken war, zeigen die Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes für das Jahr 2021 ausgeglichene Niederschlagsverhältnisse.

Im Flächenmittel fielen Niederschläge von ca.805 l/m² (das entspricht in etwa dem vieljährigen Mittel der Referenzperiode 1961 -1990 mit 789 l/m² bzw.791 l/m² in der Periode 1991 – 2020). Gerade im Jahr 2021 wurden deutlich schwankende Niederschläge im Verlauf des Jahres beobachtet. Zwischen einem niederschlagsarmen Frühling und einem trockenen Herbst war der Sommer 2021 durch viele Starkniederschläge gekennzeichnet, die zum Teil katastrophale Schäden verursachten (Mitte Juli 2021 in der Eifel).

Auch regionale Unterschiede konnten beobachtet werden. So fielen an den Alpen und im Südschwarzwald Niederschläge teilweise über 2000 l/m² während östlich des Harzes weniger als 500 l/m² im Verlauf des Jahres 2021 gemessen wurde. Das Jahr 2022 startete im Januar 2022 mit bereits im Mittel ausgeglichenen Niederschlagsverhältnissen.

Allerdings gab es große regionale Unterschiede, in einigen Teilen z.B. im Norden war auch der Januar zu trocken. Der Februar war dann in ganz Deutschland ein feuchter Monat. Es wurden Niederschläge im Flächenmittel von 81 l/m² erreicht. Dieser Wert liegt deutlich über dem vieljährigen Mittelwert der Februar – Niederschläge.

Insgesamt fielen in den Wintermonaten 2021/2022 im Flächenmittel 204 l/m². Dieser Wert liegt über den durchschnittlichen Niederschlagswerten für den Winter (je nach Referenzperiode + 5 % bis +13%). Damit konnten die Wasservorräte im Boden gut aufgefüllt werden.

Die ⁠ Bodenfeuchte ⁠ unter Gras in 60 cm Tiefe erreichte Ende Februar deutschlandweit ausgeglichene Werte. Nur vereinzelt in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern gab es Gebiete mit einer im Vergleich zum vieljährigen Mittel niedrigeren Bodenfeuchte. Das Frühjahr 2022 begann mit einem deutlich zu trockenen März.

Es fielen im Flächenmittel nur ca.15 l/m², dies sind nur 27 % des Sollwertes (56 l/m²). Der März 2022 ist damit nach 1929, 1953 und 2012 der vierttrockenste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. In einigen Regionen, z.B. im Nordosten Deutschlands fiel kein messbarer Niederschlag.

  1. Der April hingegen wies mit 56 l/m² nur 3 % weniger Niederschlag als das vieljährige Mittel (1961 – 1990) auf.
  2. Der Vergleich mit dem vieljährigen Mittel (1991 – 2020, 43 l/m²) zeigt ein Plus von ca.27 %.
  3. In einigen Orten, z.B.
  4. Im Odenwald, wurde starker Schneefall registriert.
  5. Auch im April zeigten sich regionale Unterschiede so bleib es in einigen Gebieten Niedersachsen, westlich des Rheins sowie südlich der Donau und auch verbreitet von Mecklenburg-Vorpommern bis Thüringen und Sachsen trockener als im vieljährigen Mittel.

Im Juni 2022 fiel im deutschlandweiten Mittel 25% zu wenig Niederschlag. Der meiste Niederschlag fiel -wie schon im Mai 2022– überwiegend als ⁠ Starkregen ⁠, dabei gab es deutliche regionale Unterschiedle, d.h. in einigen Orten luden schwere Gewitter große Niederschlagsmengen ab.

Im äußersten Norden, vereinzelt im Osten sowie in einigen Gebieten im Süden und Westen wurden so die vieljährigen Durchschnittswerte für den Niederschlag überschritten. Sonst war es verbreitet trockener als im langjährigen Mittel – weniger als ein Viertel der durchschnittlichen Niederschläge gab es örtlich von der Wismarbucht bis Franken und zur Oberpfalz.

Der niedrigste monatliche Niederschlag im Juni 2022 wurde in Bad Hersfeld und in Erfurt/Weimar gemessen. In Erfurt/Weimar betrug das Defizit 86 %. Inwieweit in den Winter- und Frühlingsmonaten der Bodenwasservorrat aufgefüllt wird und ein Defizit der Bodenfeuchte ausgeglichen werden kann, ist regional unterschiedlich.

Der Bodenfeuchteviewer des Deutschen Wetterdienst zeigt für Anfang Mai 2022 eine ausreichende bis sehr gute Wasserversorgung in weiten Teilen Deutschlands in einer Tiefe bis 60 cm an. In Teilen Sachsen-Anhalts, Thüringens sowie im Osten Brandenburgs zeigt die Bodenfeuchte in tieferen Bodenschichten (1,70 -1,80 m) bereits einen leichten ⁠ Trockenstress ⁠.

Während in weiten Teilen des Nordens, Südens und Westen Deutschlands die Wasserversorgung überwiegend gut bis sehr gut ist. (Stand: 10.Mai 2022). Im Juli 2022 (Stand 15.07.2022) zeigt sich im Oberboden (bis 0,30 m) fast in ganz Deutschland flächendeckend Trockenstress, teilweise extremer Trockenstress.

In der Tiefe von 0,50-0,60 m besteht überwiegend eine ausreichende Wasserversorgung bis leichter Trockenstress. In tieferen Bodenschichten (1,70-1,80 m) ist die Wasserversorgung meist gut bis ausreichend. Es sind aber deutlich Regionen in Sachsen-Anhalt, in Thüringen und im östlichen Brandenburg erkennbar, in denen auch in den tieferen Bodenschichten Trockenstress besteht.

Der „ Dürremonitor Deutschland ” des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) setzt die aktuellen Werte der Bodenfeuchte ins Verhältnis mit langjährigen statistischen Auswertungen.

Ist es immer noch zu trocken in Deutschland?

Verglichen mit den vieljährigen Mittelwerten (1991 – 2020) ist die Bodenfeuchte in 0 bis 60 cm Tiefe von der westlichen Mitte bis in den Norden Bayerns, in Teilen Brandenburgs sowie im Mittelgebirgsraum überdurchschnittlich, ansonsten liegt sie flächendeckend im Normalbereich.